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Erste Studie zur Compliance-Kommunikation

Jetzt erschienen: Die Studie “Im Fadenkreuz der Öffentlichkeit: Compliance-Kommunikation als Reputationsschutz” stellt die Ergebnisse einer Befragung von Compliance-Verantwortlichen zur Zusammenarbeit mit der Unternehmenskommunikation vor. Einordnung und Interpretation liefern einen praxisorientierten Beitrag zum aktuellen Compliance-Diskurs. Es wird deutlich: Kommunikation wird zum Katalysator für die nächste Stufe des Compliance-Managements – sowohl hinsichtlich der immer wichtiger werdenden Reputationsperspektive als auch für die interne Kommunikationsagenda. Die Studie wird gemeinsam von der MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, und dem Compliance Communication Center herausgegeben.

 

Die Studie kann hier bestellt werden.

 

 

 

Bitte richten Sie Fragen zur Studie und deren Ergebnisse an sk@compliance-communication-center.com

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Gefahr “Greenwashing”

Frank Wiebe räsoniert im aktuellen Handelsblatt über Ethik in Unternehmen
(Wochendausgabe 16./17./18. März 2012):

“Ganze Stabsabteilungen und neue Berufsbilder sind rund um die Ethik im weltweiten Geschäft entstanden. Die Gefahr hier ist natürlich, dass PR und echter Einsatz miteinander verschwimmen. “Greenwashing” heißt das Schlagwort dafür. Umso wichtiger ist es, dass jenseits aller Regeln ein echtes lebendiges Engagement zu spüren ist, das von der Spitze des Unternehmens getragen wird. Wo dieser Einsatz nicht mehr sichtbar ist, verschwindet der ‘gute Unternehmer’ hinter der Fassade eines korrekt aufgestellten Unternehmens.”

 

Ein paar Seiten weiter erläutert Kumi Naidoo (Greenpeace-Chef), warum sich Unternehmen heute häufiger als früher an seine Organisation wenden:

“Es gibt viele Unternehmen, die den Kontakt zu uns suchen. Die meisten wollen verhindern, dass sie zur Zielscheibe werden. … In der globalisierten Welt von heute kann kein Unternehmen mehr erfolgreich sein, wenn es nicht auch das Kapital von Beziehungen und Image berücksichtigt.”

und er konstatiert:

“70 bis 75 Prozent aller Konzerne, haben erkannt, dass sie eine Strategie brauchen, wie sie mit Umweltschutzfragen umgehen sollen. Sie gehen aber nur in Minischritten oder betreiben simples greenwashing.”

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Prof. Dr. Andreas Suchanek, Vorstand des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik, schließt mit dieser These seinen Vortrag “Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser: Was bedeutet Verantwortung?” auf dem 9. Fachsymposium des Roman Herzog Instituts in München: “(In) Deutschland neu denken – Zwischen Gewinn und Verantwortung”

Das vollständige Thesenpapier finden sie hier auf der Homepage des Roman Herzog Instituts.

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Compliance-Treiber

“Es ist modern, Überzeugung als Grund für die Compliance-Bemühungen anzugeben. Häufig ist dies jedoch nicht die Wahrheit. Viele werden weiterhin von Angst getrieben.”

Dipl.-Kfm. Meinhard Romberg, Generalbevollmächtigter der SMS GmbH und dort u.a. zuständig für Compliance. Romberg ist zudem Co-Vorsitzender des Arbeitskreises Korruption innerhalb des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA).

Das komplette Interview gibt es nachzulesen in der Fachzeitschrift W&S 04/2011, S.14 – 15 oder  hier online auf www.sicherheit.info.

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„good news are bad news“

Siemens steht wieder wegen Korruption in einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft München und in den Medien. Grund ist die Vereinbarung von drei lokalen Siemensianern in Kuwait mit einem Mittelsmann über Schmiergeldzahlungen für die „Hilfe“ bei staatlichen Ausschreibungen. Doch dazu soll es nicht gekommen sein. Die Mitarbeiter flogen auf und wurden fristlos entlassen. So viel zur guten Nachricht: die Compliance-Kontrollen des Unternehmens greifen. Dafür steht auch das Zeugnis der Münchener Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl, die dem Konzern laut welt.de bescheinigt, dass „aus unserer Sicht das Compliance-System der Siemens AG hervorragend funktioniert.“

Die schlechte Nachricht ist freilich: Fehlverhalten kommt weiterhin vor und schadet dem Unternehmen. Aus dem Ausschreibungsverfahren für die potenziellen Aufträge des Wüstenstaates ist Siemens raus und seit dieser Woche steht der Konzern in den Medien wieder verstärkt für korrupte Geschäfte (z.B. ftd.de, sueddeutsche.de, handelsblatt.de, welt.de). Es ist sicher ein wichtiger Schritt, die Vergehen zu identifizieren, und so das Kind zu retten, bevor es in den Brunnen gefallen ist. Das stärkt das Vertrauen und die Glaubwürdigkiet vor allem gegenüber einem wichtigen Stakeholder im Compliance-Bereich: den Rechtsbehörden. Es macht aber auch deutlich, dass Compliance in Sachen Korruption kein „Kapitel“ ist, das man abschließen kann. Stattdessen ist es ein kontinuierlicher Überzeugungsprozess, bei dem man immer und immer wieder erklären, motivieren und mobilieren muss.

Außerdem wird deutlich, dass Vertrauensaufbau ein komplexes Unterfangen ist. Die Erwartungen der einzelnen Stakeholder unterscheiden sich. Was dem einen „Recht“, ist dem anderen billig. Medien- und Öffentlichkeitslogik funktioniert nach anderen Regeln, als die staatlicher und juristischer Behörden. Compliance ist mehr als ein funktionierendes Kontrollsystem – das bildet nur das technische Fundament.